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Branchen-Einblicke • 6 Min.

Frankreich ersetzt Zoom und Teams

Frankreich verbannt Zoom, Teams, Webex und Google Meet aus Regierungsbehörden bis 2027. Diese Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen - auch für europäische Bildungseinrichtungen.

SC

Simpleclass Team

Simpleclass

Am 27. Januar 2026 kündigte Frankreich an, Zoom, Microsoft Teams, Webex und Google Meet bis 2027 aus allen Regierungsabteilungen zu verbannen. An ihre Stelle tritt Visio, eine im Inland entwickelte Videokonferenz-Plattform, die von Frankreichs interministerieller Digitaldirektion (DINUM) gebaut wurde.

Das ist kein kleines IT-Upgrade. Es ist eine Erklärung digitaler Unabhängigkeit - und es spiegelt eine breitere europäische Bewegung wider, die letztlich umgestalten wird, wie Schulen und Bildungseinrichtungen ihre Software wählen.

Warum Frankreich wechselt

Die offiziellen Gründe sind klar:

Sicherheitsbedenken: Amerikanische Plattformen unterliegen dem US CLOUD Act, der US-Behörden erlaubt, amerikanische Unternehmen zur Herausgabe von Daten zu zwingen - selbst wenn diese auf Servern in Europa gespeichert sind. Ein Microsoft-Manager gab unter Eid in einer französischen Senatsanhörung im Juli 2025 zu, dass das Unternehmen europäischen Kunden aufgrund dieses Gesetzes keine Datensouveränität garantieren kann.

Kosteneinsparungen: Frankreich schätzt, dass es etwa 1 Million Euro pro Jahr für je 100.000 Nutzer einsparen wird, die von kommerziellen Lizenzen auf Visio wechseln.

Standardisierung: Derzeit nutzen verschiedene Ministerien verschiedene Tools - Teams hier, Webex dort, Zoom woanders. Diese Fragmentierung schafft Interoperabilitätsprobleme und erhöht das Sicherheitsrisiko.

David Amiel, Frankreichs Minister für öffentlichen Dienst und Staatsreform, formulierte es deutlich: "Wir können nicht riskieren, dass unsere wissenschaftlichen Austausche, sensiblen Daten und strategischen Innovationen nicht-europäischen Akteuren ausgesetzt werden."

Frankreich ist nicht allein

Diese Ankündigung ist Teil eines viel größeren europäischen Strebens nach digitaler Souveränität:

Im November 2025 kündigte der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag an, Microsoft Office durch OpenDesk zu ersetzen, eine europäische Open-Source-Alternative. Die Entscheidung fiel, nachdem dem Chefankläger des IStGH Berichten zufolge der Zugang zu seinem Outlook-E-Mail-Konto gesperrt wurde - eine deutliche Erinnerung daran, wie abhängig europäische Institutionen von amerikanischen Tech-Unternehmen sind.

Dänemark kündigte Mitte 2025 an, Regierungssysteme von Microsoft weg zu Open-Source-Lösungen zu migrieren. Deutsche Bundesländer wie Schleswig-Holstein haben ähnliche Schritte bereits unternommen.

Im November 2025 gründeten Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande das European Digital Infrastructure Consortium zur gemeinsamen Entwicklung souveräner digitaler Werkzeuge.

Airbus, Europas größter Luft- und Raumfahrtkonzern, kündigte im Dezember 2025 Pläne an, missionskritische Systeme auf eine vollständig souveräne europäische Cloud zu migrieren, mit einer Ausschreibung von über 50 Millionen Euro Anfang 2026.

Was das für die Bildung bedeutet

Regierungsentscheidungen fallen typischerweise auf die Bildung ab. Wenn Frankreich für die öffentliche Verwaltung auf Visio standardisiert, werden französische Schulen - besonders öffentliche Schulen - unter Druck stehen, dem zu folgen.

Für Nachhilfeeinrichtungen und Sprachschulen ist die Auswirkung indirekter, aber real. Wenn Regierungen aktiv von amerikanischen Plattformen abrücken, verändert das die Wahrnehmung. Eltern, die sehen, dass ihre Regierung Zoom und Teams als Sicherheitsrisiko behandelt, werden fragen, warum das Nachhilfeinstitut ihres Kindes diese Tools immer noch nutzt.

Die niederländische Regierung hat die gleichen Bedenken anerkannt. Estland testet aktiv Alternativen. Die Richtung ist klar - die Frage ist nicht ob, sondern wann europäische Bildungseinrichtungen nachziehen.

Was Nachhilfeeinrichtungen jetzt tun können

Sie müssen nicht warten, bis ein Gesetz Sie zwingt. Der Wechsel zu einer EU-gehosteten Plattform ist heute einfacher als er in Zukunft sein wird, wenn die regulatorische Umgebung strenger wird.

Simpleclass ist eine niederländische Videokonferenz-Plattform, die speziell für den Bildungsbereich entwickelt wurde. Alle Daten werden in den Niederlanden und Frankreich gespeichert - auf europäischen Servern, unter europäischem Recht. Wir unterliegen nicht dem US CLOUD Act. Die Plattform bietet alles, was Nachhilfeinstitute brauchen: Breakout-Room-Monitoring, Kamerapflicht, Sitzungsplanung und DSGVO-Konformität als Grundlage, nicht als Ergänzung.

Frankreichs Entscheidung ist ein Signal. Die Frage für jede europäische Bildungseinrichtung ist nicht, ob die Plattformfrage relevant ist - sondern ob Sie lieber jetzt handeln, zu Ihren eigenen Bedingungen, oder später, unter externem Druck.

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